Sammlermünzen

Sammlermünzen sind Münzen, deren Preis vor allem von Auflage, Motiv, Erhaltung und Prägequalität abhängt und deutlich über dem Metallwert liegen kann.

Sammlermünze oder Anlagemünze?

Eine Anlagemünze wie der Maple Leaf wird in hoher Auflage geprägt und zum Metallwert plus kleinem Aufgeld gehandelt (siehe Bullion). Eine Sammlermünze ist auf Sammler ausgerichtet: limitierte Auflage, wechselndes Motiv, besondere Prägung, Etui und Zertifikat. Sie bezahlen damit nicht nur Gold oder Silber, sondern auch Seltenheit und Gestaltung.

Prägequalitäten: Stempelglanz und polierte Platte

QualitätAbkürzungMerkmal
Stempelglanzst (auch bu)unzirkuliert, Standard bei Anlagemünzen, kleine Kontaktspuren möglich
Spiegelglanz / Polierte PlattePP (englisch proof)spiegelnder Grund, matte Motive, mehrfach geprägt mit polierten Stempeln

Münzen in polierter Platte werden einzeln geprägt, in Kapsel und Etui geliefert und haben eine begrenzte Auflage. Fingerabdrücke und Kratzer mindern ihren Wert stark, deshalb sollten sie nie aus der Kapsel genommen werden. Viele deutsche Gedenkmünzen werden sowohl in Stempelglanz als auch in PP ausgegeben.

Steuer und Wiederverkauf in Deutschland

Bei Goldmünzen endet die Umsatzsteuerbefreiung als Anlagegold, wenn die Münze üblicherweise zu mehr als 80 % über ihrem Goldwert verkauft wird. Für Sammlermünzen aus Edelmetall gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 % nur, wenn die Bemessungsgrundlage mehr als 250 % des Metallwerts beträgt. Darunter fallen die üblichen 19 % an.

Der wichtigere Punkt für Anleger ist der Wiederverkauf. Viele Edelmetallhändler kaufen Sammlermünzen nur zum Metallwert an. Der Sammleraufschlag lässt sich nur über Münzhändler, Auktionen oder private Sammler zurückholen, und das gelingt nicht immer.

Rechenbeispiel

Eine Silbermünze mit einer Unze in PP kostet ein Vielfaches des Metallwerts einer gleich schweren Anlagemünze. Kauft der Händler sie später nur zum Silberwert an, bleibt der gesamte Sammleraufschlag als Verlust. Bei der Anlagemünze verlieren Sie nur den üblichen Spread.

Wann sich Sammlermünzen lohnen

  • Wenn Sie sammeln und Freude am Motiv haben, nicht wegen der Rendite.
  • Wenn Sie die Auflage und den Markt einer Serie kennen.
  • Nicht als Ersatz für Anlagemünzen, wenn es Ihnen um möglichst viel Gold je Euro geht.

Wer möglichst nah am Metallwert kaufen will, wählt Anlagemünzen in Stempelglanz, etwa den Philharmoniker mit einer Unze Gold oder günstige Silbermünzen für Anleger. Zur Echtheitsprüfung hilft der Leitfaden Fälschungen bei Münzen erkennen.

Verwandte Begriffe

Bullion Aufgeld Spread Anlagegold

Häufige Fragen

Was bedeutet PP bei Münzen?

PP steht für polierte Platte, eine Prägequalität mit spiegelndem Grund und matten Motiven, die meist in kleiner Auflage für Sammler hergestellt wird.

Was ist der Unterschied zwischen Stempelglanz und polierter Platte?

Stempelglanz ist die unzirkulierte Standardqualität von Anlagemünzen, polierte Platte wird mit polierten Stempeln mehrfach geprägt und ist deutlich teurer.

Sind Sammlermünzen eine gute Geldanlage?

Als reine Geldanlage meist nicht, weil Händler im Ankauf oft nur den Metallwert zahlen und der Sammleraufschlag verloren gehen kann.

Quellen